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02
Apr. 2026

Spritpreise regulieren: Kompakt informiert

Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Krisen dürfen kein Geschäftsmodell sein. Wenn Mineralölkonzerne die Preise in die Höhe treiben – und die Menschen an der Tankstelle dafür zahlen – dann müssen wir eingreifen.

Die Spritpreise in Deutschland steigen viel stärker als in allen unseren europäischen Nachbarländern. Selbst die Chefs der Mineralölkonzerne konnten in einem Gespräch mit den Koalitionsfraktionen die hohen Preise in Deutschland nicht erklären. Wie auch? Was sie machen, nennt sich Abzocke.

Damit muss endlich Schluss sein. Heute wird die Verschärfung des Kartellrechts aktiv. Wir drehen die Beweislast um: Nicht das Kartellamt muss den Regelverstoß nachweisen, sondern die Mineralölkonzerne müssen ihre Preispolitik begründen. Und auf unser Drängen gibt es jetzt die Einmal-am-Tag-Regel: Preise an der Tankstelle dürfen nur noch einmal am Tag erhöht werden – absenken geht derweil jederzeit. So hat das stündliche Preis-Roulette ein Ende.

Diese Maßnahmen als Reaktion auf die Spritpreissprünge sind nur ein Anfang. Denn die Mineralölkonzerne kassieren weiter jeden Tag auf Kosten der Autofahrerinnen und Autofahrer ab. Wir als SPD wollen

  • 👉 eine verbindliche Preisobergrenze nach Vorbild von Luxemburg und Belgien &
  • 👉 Übergewinne der Energiekonzerne abschöpfen und an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben – durch Entlastung bei der Pendlerpauschale und eine Senkung der Energiesteuer.

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Vielen Dank für Deinen Einsatz!

Tim Klüssendorf

PS: Mythen wie "Der Staat bereichert sich an hohen Spritpreisen." halten sich hartnäckig. Das FAQ hilft Dir, sie zu widerlegen – jeder Beitrag zählt!

Worum geht's?

In der Bundesregierung haben wir ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das der Abzockmentalität der Mineralölkonzerne entgegensteht:

⛽ An der Tankstelle darf der Preis nur noch einmal am Tag erhöht werden.

Tankstellen legen den Preis für Benzin und Diesel nicht selbst fest. Das tun die Mineralölkonzerne – im Schnitt 22-mal am Tag. Nun wird das Kartellrecht geändert: Spritpreiserhöhungen an Tankstellen sind nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt. Preissenkungen sind jederzeit zulässig. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 100.000 EUR. Zuständig für die Kontrolle sind die Bundesländer. Nach einem Jahr wird das Gesetz ausgewertet.

🔄 Die Beweislast bei Missbrauch wird umgedreht.

Der Wettbewerb auf dem Kraftstoffgroßhandelsmarkt wird gestärkt durch 2 Maßnahmen:

  1. Bei stark steigenden Preisen drehen wir die Beweislast um: Unternehmen müssten darlegen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. So machen wir es der Kartellbehörde leichter, gegen überhöhte Preise vorzugehen. Bislang mussten sie einen möglichen Missbrauch beweisen. Vorbild sind Regelungen im Strom- und Gasmarkt.
  2. Unseren Aufsichtsbehörden erleichtern wir es in Zukunft, Untersuchungen im Kraftstoffbereich durchzuführen: Wird dabei festgestellt, dass der Wettbewerb nicht richtig funktioniert, sollen Gegenmaßnahmen schneller angeordnet werden können.

Was ist passiert?

Sprit ist jetzt so teuer wie kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022. Allerdings ist der Preisanstieg bei uns im europäischen Vergleich am höchsten ausgefallen. Die Mineralölkonzerne haben den Preis für Benzin und Diesel willkürlich erhöht.

Die Benzinpreise steigen durch den "Rakete-und-Feder-Effekt" bei höheren Rohölkosten extrem schnell an, sinken aber bei fallenden Kosten nur langsam wieder ab. Diese Dynamik gibt es unabhängig vom Iran-Krieg, wie das Bundeskartellamt zeigt.

Woher kommt der rapide Anstieg?

Die iranischen Revolutionsgarden haben die »Straße von Hormus« gesperrt, welche zwischen dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman liegt. Täglich durchqueren rund 20 Prozent des weltweit verbrauchten Öls sowie 20 Prozent des weltweit benötigten Flüssiggases die Meerenge. Auch fast 40 Prozent des weltweiten Düngers werden über die Straße von Hormus ausgeliefert. Gleichzeitig hat der Iran angefangen, Öl- und Gas-Infrastruktur in den benachbarten arabischen Staaten anzugreifen. Der Welt steht also kurzfristig deutlich weniger Öl zur Verfügung, was den Preis nach oben treibt.

Warum die Preise allerdings so schnell und so stark ansteigen, lässt sich damit nicht erklären. Denn das Benzin und Diesel, das sich aktuell noch in den Tankstellen befindet, wurde zu deutlich günstigeren »Vorkrisenpreisen« als Rohöl eingekauft und raffiniert. Unverständnis macht sich dabei nicht nur bei Verbraucher*innen breit, sondern wird auch von vielen Tankstellenpächter*innen geteilt. Denn die Preise für das Benzin legen nicht sie, sondern die Mineralölkonzerne fest.

Gibt es Vorbilder für die geplante Maßnahme, nur einmal pro Tag eine Preiserhöhung zu dulden?

Ja, in Österreich sind Preiserhöhung an Tankstellen bereits seit Jahren nur einmal pro Tag zulässig. Nun wurde die Regelung dort noch verschärft, Preiserhöhungen sind nur noch dreimal pro Woche erlaubt. Die Benzin- und Dieselpreise im Nachbarland sind weniger stark gestiegen seit Beginn des Irankriegs als in Deutschland.

Wer profitiert von hohen Spritpreisen – Konzerne, Staat oder beide?

In Deutschland sind die Spritpreise stärker gestiegen als in jedem anderen EU-Land. Das zeigt eine Auswertung der Monopolkommission – einem unabhängigen Beratungsgremium der Bundesregierung. Ihr Vorsitzender Tomaso Duso sieht darin "strukturelle Probleme im Mineralölmarkt". Zuständig für die Kontrolle ist das Bundeskartellamt.

Verdienen die Ölkonzerne mehr?

Ja. Laut einer Studie des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace machen Ölkonzerne in Deutschland seit Beginn des Irankriegs täglich rund 21 Millionen Euro zusätzlichen Gewinn. Davon entfallen 17,9 Millionen Euro täglich auf Diesel und 3,2 Millionen Euro täglich auf Benzin.

Profitiert auch der Staat von höheren Spritpreisen?

Nein – im Gegenteil. Laut Bundesfinanzministerium führen höhere Spritpreise nicht zu mehr Steuereinnahmen. Unter dem Strich drohen dem Staat sogar Mindereinnahmen. Das liegt an der Struktur der Kraftstoffbesteuerung.

  • Die Energiesteuer ist ein fester Betrag pro Liter. Sie steigt nicht automatisch mit dem Preis. Steigt der Spritpreis, bleiben die Steuereinnahmen dennoch gleich.
  • Die CO₂-Abgabe wird pro Tonne CO₂ berechnet. Auch sie hängt nicht direkt vom Tankstellenpreis ab. Die CO₂-Bepreisung ist ein zentraler Bestandteil der deutschen und europäischen Klimapolitik.
  • Die Mehrwertsteuer bringt kaum Mehreinnahmen. Die Mehrwertsteuer beträgt 19 Prozent, die Einnahmen erhöhen sich also mit steigendem Endpreis. Bei 40 Cent höheren Preisen und über fünf Milliarden Litern monatlichem Verbrauch wären das theoretisch rund 320 Millionen Euro mehr pro Monat – fast vier Milliarden Euro im Jahr.

⚡Doch dieser Betrag schrumpft deutlich:

  • Gewerbliche Kunden zahlen keine Mehrwertsteuer. Rund 40 Prozent des Kraftstoffs – vor allem Diesel – tanken Speditionen und Baufirmen. Diese sind von der Umsatzsteuer befreit. Die Mehreinnahmen sinken dadurch auf rund 200 Millionen Euro monatlich.
  • Menschen tanken weniger, wenn Sprit teurer wird. Das Finanzministerium schätzt auf Basis der Erfahrungen aus der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine: Der Verbrauch geht um etwa 5 Prozent zurück. Das senkt die Mehreinnahmen aus der Umsatzsteuer auf rund 150 Millionen Euro monatlich.
  • Bund, Länder und Gemeinden teilen sich diesen Betrag. Beim Bund verbleiben davon rund 47 Prozent. Nimmt man sinkende Einnahmen aus der Energiesteuer an, weil Menschen weniger Sprit verbrauchen, könnten sich für den Bund unter dem Strich Mindereinnahmen ergeben.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt in vorläufigen Berechnungen zu einem ähnlichen Ergebnis: Bei anhaltend hohen Preisen über ein Jahr könnte der Spritverbrauch um 4 Prozent sinken. Zieht man die Mindereinnahmen bei Energie- und CO₂-Steuer von den Mehrwertsteuermehreinnahmen ab, verliert der Staat im DIW-Szenario unter dem Strich rund 1,1 Milliarden Euro an Steuereinnahmen aus dem Spritverkauf.

Wieso gibt es keine Übergewinnsteuer?

Angesichts der hohen Spritpreise in Deutschland werden die Rufe nach einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne lauter.

Die Mineralölkonzerne verdienen in Deutschland seit Beginn des Irankriegs täglich 21 Millionen Euro zusätzlich. Der Greenpeace-Studie zufolge haben die Ölkonzerne durch die Preisanhebungen seit Kriegsbeginn zusätzlich mit dem Verkauf von Diesel täglich 17,9 Millionen Euro und mit dem Absatz von Benzin pro Tag 3,2 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Studie widerlegt die Behauptungen der Ölbranche, sie gebe mit den Preiserhöhungen nur die Bewegungen auf dem Weltmarkt weiter.

Unser Bundesfinanzminister Lars Klingbeil lässt gerade prüfen, wie eine Übergewinnsteuer helfen kann, um übermäßige Krisenprofite abzuschöpfen, um damit gezielte und rasche Entlastungen zu finanzieren. Mit den Einnahmen aus einer Übergewinnsteuer lässt sich beispielsweise eine temporär höhere Pendlerpauschale finanzieren.

Was ist eine Übergewinnsteuer?

Wenn Unternehmen in Krisenzeiten außergewöhnlich hohe Gewinne erzielen, können diese auch als Übergewinne bezeichnet werden. Diese Übergewinne gehen über "Normalgewinne" hinaus. Was als "Normal-" und was als "Über-"Gewinn gelten soll, kann dabei auf verschiedenen Wegen berechnet werden. Meist werden Vergleichszeiträume aus Vorkrisen- oder Friedenszeiten herangezogen und dann Renditen definiert, die in diesen Zeiten üblich waren.

Eine Art Übergewinnsteuer für Energieunternehmen wurde auf europäischer Ebene nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine beschlossen. Im Zuge dieses Energiekrisenbeitrags wurden Gewinne, die mehr als 20 Prozent über dem Durchschnittswert der vorherigen vier Wirtschaftsjahre lagen, mit einem Steuersatz von 33 Prozent belegt. Betroffen waren Unternehmen mit Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Extraktion, Bergbau, Erdölraffination oder Herstellung von Kokereierzeugnissen.

Welche Forderungen werden innerhalb der SPD noch diskutiert?

Ab dem 1. April greifen neue Gesetze gegen das Preischaos an unseren Tankstellen. Ein wichtiger Schritt, aber für uns erst der Anfang!

Denn trotz Einmal-am-Tag-Regel und schärferem Kartellrecht bleibt klar: Die Mineralölkonzerne kassieren weiter jeden Tag auf Kosten der Autofahrerinnen und Autofahrer.

Damit muss endlich Schluss sein. Wir als SPD wollen

  • 👉 erstens eine verbindliche Preisobergrenze, die täglich vorgegeben wird. Unsere Nachbarländer, zum Beispiel Luxemburg und Belgien, machen vor, wie das geht: Das Wirtschaftsministerium legt Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl fest. Unterhalb dieser Grenze gehen die Mineralölkonzerne in den Wettbewerb um den günstigsten Preis.
  • 👉 zweitens die Übergewinne der Energiekonzerne abschöpfen und an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben – durch Entlastung bei der Pendlerpauschale und eine Senkung der Energiesteuer.

Was ist das Problem bei hohen Dieselpreisen?

Vor allem sind die hohen Dieselpreise ein Problem, weil sie die Transporte von Lebensmitteln und anderen Waren verteuern, was die Inflation anheizt.

Da Unternehmen wenig Einfluss auf den Preis selbst haben, können sie nur Stellschrauben optimieren, die sie selbst kontrollieren können. Dazu gehören Fahrverhalten, Routenplanung, Leerlaufzeiten und eine möglichst effiziente Auslastung der Fahrzeuge.

Was ist mit den Preisen für Gas und Heizöl?

Auch die Preise für Gas und Heizöl steigen. Beim Gas haben Verbraucher*innen in der Regel langfristige Verträge, sodass sie zumindest nicht sofort davon betroffen sind. Wer mit Öl heizt, sollte, wenn möglich, mit der Befüllung des Tanks erst einmal abwarten.

Welche anderen Maßnahmen plant die Bundesregierung noch?

Ein weiterer Schritt, mit dem die Bundesregierung auf die gestiegenen Öl- und Spritpreise reagieren will, ist die teilweise Freigabe der nationalen Ölreserven. Zuletzt war diese Maßnahme 2022 nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eingesetzt worden. Koordiniert wird dieser Schritt von der Internationalen Energie-Agentur (IEA).

Wer oder was ist die Energiepreis-Taskforce?

In enger Abstimmung mit der Bundesregierung soll die Taskforce die aktuelle Lage bewerten und Entlastungsoptionen erarbeiten. Die Federführung für die Arbeitsgruppe liegt bei SPD-Fraktionsvize Armand Zorn sowie Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU). Dazu tagte die von der Koalition eingesetzte Taskforce im Bundestag zu den steigenden Preisen. Eingeladen zum Austausch waren neben dem Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, auch Vertreter von Mineralölkonzernen. "Den Konzernvertretern ist es nicht gelungen, ihre Preisgestaltung glaubwürdig zu erklären.", machte unser SPD-Abgeordneter Armand Zorn im Anschluss klar.

Pressesschau

SPD fordert abermals Deckelung der Spritpreise | Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.03.2026

"Die SPD macht Druck beim Thema Spritpreise. Die Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil sprachen sich nach einem SPD-Treffen am Freitag in Berlin abermals für eine Deckelung der Preise aus."

Spritpreise: Rehlinger fordert schnelles Handeln von Reiche | Die Zeit 24.03.2026

«Viele Menschen verzweifeln angesichts der Tank-Preise, das Bundeswirtschaftsministerium braucht mehr Tempo», teilte Rehlinger in Saarbrücken mit. «Frau Reiche muss schnell einen Vorschlag zur Umsetzung des Luxemburger Modells zur Festlegung von Höchstpreisen in Deutschland vorlegen», betonte Rehlinger. Auch eine Verschärfung des Kartellrechtes sei notwendig. «Was in Luxemburg möglich ist, müsste doch auch in Deutschland machbar sein.»

Energiesouveränität: So wird Europa unabhängig von Öl und Gas | vorwärts 23.03.2026

"Geopolitische Konflikte treiben die Öl- und Gaspreise nach oben, mit Inflation, Wirtschaftsabschwung und steigenden Finanzierungskosten als unmittelbaren Folgen. Die Antwort der EU darf nicht in der Verlängerung fossiler Abhängigkeiten bestehen, sondern muss in gezielten Investitionen in Energiesouveränität liegen: Erneuerbare Energien, klimafreundliche Infrastruktur und Industrietransformation."

Benzinpreise nur einmal am Tag erhöhen: Was könnte das bringen? | vorwärts 11.03.2026

"Wenn die Rohölpreise steigen – wie zurzeit wegen des Kriegs gegen Iran –, erhöhen sich die Preise für Benzin und Diesel sehr schnell. Sinken die Kosten, gehen die Preise hingegen nur langsam zurück. Das Bundeskartellamt, das kontrolliert, ob große Konzerne ihre Marktmacht missbrauchen, spricht von einem „Rakete-und-Feder-Effekt“ bei Benzinpreisen. Diesen Mechanismus will die Bundesregierung durchbrechen, indem den Tankstellen nur noch erlaubt ist, den Preis einmal pro Tag zu erhöhen. Im Moment wird der Preis im Durchschnitt 20 Mal innerhalb von 24 Stunden erhöht, Verbraucher*innen können so kaum planen. Preissenkungen sollen dagegen auch weiter mehrmals am Tag möglich sein."

Mediathek

Beispielpost für Deinen Account:

  • ⛔ Krisen dürfen kein Geschäftsmodell sein. Die Menschen an der Tankstelle dürfen nicht abgezockt werden, nur weil Ölkonzerne die Preise willkürlich in die Höhe treiben. Die Bundesregierung handelt jetzt. Das Kartellrecht wird geändert. Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich die Preise erhöhen – und nicht mehr wie bisher durchschnittlich 22-mal. #spd #spritpreise #benzin

Beiträge zum Teilen, Kommentieren oder Stitchen:

  • Esra Limbacher, MdB, sagt, was die Taskforce berät, um Preissprünge bei Lebensmitteln verhindern zu können.
  • Lars Klingbeil macht bei Pinar Atalay auf ntv klar: "Ich will mit der Übergewinnsteuer die Krisenprofite der Konzerne abschöpfen und die Bürgerinnen und Bürger entlasten."
  • Jakob Blankenburg, MdB, zeigt auf, wie das Klimaschutzprogramm 2026 hilft, Preissprünge in Zukunft zu verhindern.
  • Mahmut Özdemir, MdB, macht bei seiner Rede im Bundestag klar: "Wenn die Krise anhält und unsere Maßnahmen nicht ausreichen, steuern wir nach!"

Bild- und Videomaterial:

Fotos findest Du hier: 

Mediathek

Argumente

Behauptet wird: "Der Krieg macht das Benzin so teuer."

  • Richtig ist: Die Mineralölkonzerne wälzen das unternehmerische Risiko auf die Verbraucher ab. Die stark gestiegenen Spritpreise treffen Pendlerinnen und Pendler, Familien und kleine Betriebe hart. Um mögliche Gewinneinbußen in der Zukunft von vornherein auszuschließen, erhöhen die Konzerne Preise. Mit dem teuren Sprit machen die Konzerne in der aktuellen Marktphase Übergewinne
  • Direkt nach dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar 2026 stiegen die Tankstellenpreise in Deutschland. Sie kletterten in wenigen Tagen so hoch wie 2022 zu Beginn des Ukrainekriegs. Rohöl ist nach der Schließung der Straße von Hormus vor der Küste Irans erheblich teurer geworden. Es stimmt also, dass höhere Preise wegen der Knappheit zu erwarten sind. Direkt war die Rohölversorgung Deutschlands allerdings kaum betroffen. Die wichtigsten Bezugsquellen für die deutschen Raffinerien sind Norwegen, USA, Libyen, Großbritannien und Guyana. Erst an sechster Stelle steht eine Bezugsquelle aus der Krisenregion mit einem Import-Anteil von 4,3 Prozent. Schon 2022 konnten historische Rekordgewinne bei den Mineralölkonzernen nachgewiesen werden: Ein klassischer Fall von Übergewinn.
  • Der Übergewinn lag in den ersten beiden Märzwochen im deutschen Tankstellenmarkt pro Tag bei 17,9 Millionen Euro für den verkauften Dieselkraftstoff und 3,2 Millionen Euro für die Benzinverkäufe. 
    • Die größten Profite entstehen bereits bei der Ölförderung. Die Förderkosten in den meisten Regionen der Welt liegen weit unter den internationalen Rohölpreisen.
    • Diesel: Die Rohölpreise stiegen um 13,1 ct/l (Eurocent/Liter), die Tankstellenpreise für Diesel liegen aber bei 30,3 ct/l. Die Zahlen zeigen eine Margenausweitung um 17,2 ct/l.
    • Benzin: Die Tankstellenpreise stiegen um 18,5 ct/l. Die Zahlen zeigen eine Margenausweitung um 5,4 ct/l (Differenz zwischen 18,5 und 13,1 ct/l).

Behauptet wird: "Die Politik könnte einfach die Steuern senken, dann wäre Tanken nicht so teuer."

  • Richtig istSteuern senken ist keine Garantie für niedrigere Preise! Es besteht das Risiko, dass Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben, sondern ihre Gewinnmargen erhöhen, wodurch der Preis an der Tankstelle trotz Senkung hoch bliebe. Dass gesenkte Steuern nicht immer bei den Verbrauchern ankommen, zeigt beispielsweise auch die gesenkte Mehrwertsteuer in der Gastro. Die Preise haben sich für Kunden nicht geändert.
  • Auch Konzerne tragen Verantwortung für unsere Gesellschaft, wir sollten diese nicht so einfach aus der Verantwortung lassen, nach dem Motto: "Gewinne werden privatisiert, Verluste solidarisiert."
  • Mit Steuern finanzieren wir unser Gemeinwesen wie Schulen, Straßen und Schienen oder die Feuerwehr. Wir können nicht ständig Steuern senken bei Krisen. Denn die Feuerwehr kann ja in dieser Zeit auch nicht einfach aufhören zu arbeiten.
  • Eine pauschale Senkung von Steuern wäre besonders eine Subventionierung von Besserverdienern. Einen ähnlichen Effekt sehen wir auch bei der Reduktion der Mehrwertsteuer 2020, von der besonders finanziell gutgestellte Haushalte profitierten.

Behauptet wird: "Die neuen Maßnahmen senken die Preise nicht."

  • Richtig ist: Mit der Einmal-täglich-Regel können Autofahrer und Autofahrerinnen Preise besser vergleichen und günstigere Tankstellen anfahren. Bisher war das durch mehrmalige Preissprünge nicht möglich. Vereinzelt wurden die Preise über 50 Mal am Tag verändert.
  • Die Maßnahmen reichen noch nicht aus. Die SPD will zusätzlich erstens eine verbindliche Preisobergrenze einführen und zweitens Übergewinne der Energiekonzerne abschöpfen und an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben – durch Entlastung bei der Pendlerpauschale und eine Senkung der Energiesteuer.
  • 2026 tritt eine neue, erhöhte Pendlerpauschale in Kraft, die den Krieg und seine Folgen noch nicht im Blick hatte, aber in der aktuellen Situation helfen kann. Bei einem Arbeitsweg von 20 Kilometern werden Arbeitnehmer:innen um 352 Euro steuerlich pro Jahr zusätzlich entlastet.

Linkliste

  • Das ZDF hat einen Beitrag zur Übergewinnsteuer gemacht, der erklärt, wie das Instrument funktioniert und Vor- und Nachteile abwägt.
  • Greenpeace-Studie "Übergewinne der Mineralölkonzerne im deutschen Tankstellenmarkt. Eine Momentaufnahme im März 2026."
  • #Faktenfuchs: Profitiert der Staat von hohen Spritpreisen? Der Bayerische Rundfunk klärt auf.
  • Lars Klingbeil hat in seiner Grundsatzrede bei der Bertelsmann-Stiftung auch zu den Preisen an der Tankstelle gesprochen:
    • "Erstens, sollten wir die Übergewinne der Energiekonzerne abschöpfen. Zweitens, werbe ich für verbindliche Preisgrenzen, die vorgegeben werden. Unsere Nachbarländer, zum Beispiel Luxemburg, machen vor, wie das geht. Drittens, will ich gezielt abgeschöpfte Gewinne an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben – etwa durch Entlastungen bei den Mobilitätskosten oder durch eine befristete Senkung der Energiesteuer."

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